Unser Demeter-Leinöl füllen wir in Violettglas ab, eine dunkle, fast schwarze Glasflasche. Zwar sieht das besonders aus, es hat aber vor allem einen praktischen Grund: Violettglas schützt empfindliche Lebensmittel vor Licht. In diesem Beitrag erfährst du, wie das funktioniert und warum wir uns bewusst für diese teurere Verpackung entschieden haben.

Was Licht mit Lebensmitteln macht
Sonnenlicht lässt Pflanzen wachsen. Ist eine Saat aber einmal reif und geerntet, kehrt sich die Wirkung um: Licht beschleunigt dann den Abbau empfindlicher Inhaltsstoffe. Dabei sind besonders Öle mit vielen ungesättigten Fettsäuren wie Leinöl betroffen. Denn sie werden unter Lichteinfluss schneller ranzig.
Das Sonnenlicht besteht aus einem sichtbaren Anteil, den wir als Farben wahrnehmen, und aus unsichtbaren Anteilen wie UV-A und Infrarot. Zum Beispiel macht ein Glasprisma das sichtbare Spektrum erkennbar.

Licht, Luft und Wärme: was Öle altern lässt
Licht ist nicht der einzige Faktor. Auch Sauerstoff und Wärme setzen empfindlichen Ölen zu. Alle drei beschleunigen die sogenannte Oxidation: Die Fettsäuren verändern sich, das Öl verliert sein frisches Aroma und schmeckt mit der Zeit ranzig. Je mehr ungesättigte Fettsäuren ein Öl enthält, desto empfindlicher reagiert es. Leinöl gehört zu den empfindlichsten Speiseölen überhaupt.
Darum schützen wir es auf jeder Stufe: beim Pressen vor Licht und Luft, bei der Lagerung vor Wärme und in der Flasche mit Violettglas.
So funktioniert Violettglas
Allerdings lassen die meisten Verpackungen sichtbares Licht durch, also genau den Teil, der empfindliche Lebensmittel altern lässt. Violettglas wirkt dagegen wie ein Filter: Laut dem Hersteller Miron blockt es das sichtbare Licht fast vollständig ab, mit Ausnahme des violetten Anteils. Durchlässig bleibt es zudem für einen Teil der UV-A- und Infrarotstrahlung.
Die folgenden Grafiken zeigen, wie viel Licht verschiedene Materialien durchlassen:




Violettglas, Braunglas, Klarglas: der Unterschied
Klarglas lässt fast das gesamte Licht durch. Es zeigt den Inhalt schön, schützt ihn aber kaum. Braunglas ist deutlich besser: Es hält vor allem UV-Licht und einen Teil des blauen Lichts ab, lässt jedoch andere Bereiche des sichtbaren Lichts durch. Violettglas geht einen Schritt weiter und filtert laut Hersteller fast das ganze sichtbare Spektrum.
Für robuste Lebensmittel reicht Braunglas oft aus. Für ein so empfindliches Produkt wie frisch gepresstes Leinöl haben wir uns aber für den bestmöglichen Schutz entschieden.
Warum unser Leinöl im Violettglas steckt
Beim Leinöl achten wir auf jede Stufe: Die Saat stammt von unserem Partner SEKEM in Ägypten und ist Demeter-zertifiziert. Anschliessend wird sie in der Ölmühle Zürcher Oberland in Aathal, unter Ausschluss von Licht und Luft. Folglich wäre es widersinnig, diesen Aufwand mit einer lichtdurchlässigen Flasche zunichtezumachen. Deshalb setzen wir bei der ganzen Linie auf Violettglas, auch wenn es deutlich teurer ist.
Aus demselben Grund gibt es unser Leinöl in kleinen Einheiten: Im 4er-Set à 100 ml öffnest du jede Woche eine frische Flasche. Auf diese Weise bleibt das Öl bis zum letzten Tropfen frisch.
Von der Saat bis zur Flasche: eine Kette ohne Bruch
Violettglas ist das letzte Glied einer Kette, in der jeder Schritt zählt. Beim Leinöl sieht diese Kette so aus:
- Saat: Leinsaat in Demeter-Qualität von unserem Partner SEKEM in Ägypten.
- Pressen: langsam und kalt, unter Ausschluss von Licht und Luft, in der Ölmühle Zürcher Oberland.
- Verarbeitung: In der Prozesskette ist praktisch alles aus Chromstahl. So vermeiden wir, dass Weichmacher aus Kunststoffen ins Öl gelangen.
- Abfüllung: in Violettglas, in kleinen Einheiten wie dem 4er-Set à 100 ml.
Fehlt ein Glied, leidet die ganze Kette. Darum sparen wir nicht ausgerechnet bei der Verpackung.
Wer steht hinter Violettglas?
Unser Violettglas stammt vom niederländischen Hersteller Miron, der sich auf dieses spezielle Glas spezialisiert hat. Neben Lebensmitteln wird Violettglas auch für Kosmetik und Naturprodukte verwendet, also überall dort, wo empfindliche Inhalte vor Licht geschützt werden sollen. Die Angaben zur Lichtdurchlässigkeit in diesem Beitrag stammen vom Hersteller.
So bewahrst du Leinöl richtig auf
Auch die beste Flasche hilft wenig, wenn das Öl nach dem Öffnen falsch gelagert wird. Mit diesen Tipps bleibt dein Leinöl länger frisch:
- Stelle die geöffnete Flasche in den Kühlschrank.
- Verschliesse sie nach jedem Gebrauch gut, damit möglichst wenig Luft hineinkommt.
- Brauche das Öl innert weniger Wochen auf und beachte die Angaben auf der Etikette.
- Erhitze Leinöl nicht, sondern geniesse es kalt, zum Beispiel über Salat, Kartoffeln oder im Müesli.
Weniger Foodwaste dank Violettglas
Denn ein Öl, das länger frisch bleibt, landet seltener im Abfall. Damit ist Violettglas auch ein kleiner Beitrag gegen Lebensmittelverschwendung, ein Ziel, das Produzenten, Handel und Kundinnen gleichermassen teilen. Ausserdem lassen sich Glasdosen gut reinigen und wiederverwenden.
Violettglas: häufige Fragen
Ist Violettglas recycelbar?
Ja. Violettglas ist Glas und gehört nach dem Gebrauch ins Altglas. In der Schweiz gilt: Glas in anderen Farben als Weiss und Braun kommt in den Container für Grünglas.
Warum ist Violettglas teurer als normales Glas?
Violettglas wird in deutlich kleineren Mengen hergestellt als Standardglas und ist entsprechend teurer. Wir nehmen diese Mehrkosten bewusst in Kauf, weil uns der Schutz des Öls wichtiger ist.
Füllt ihr auch andere Produkte in Violettglas ab?
Ja, wir setzen Violettglas überall dort ein, wo ein Inhalt besonders lichtempfindlich ist. Beim Leinöl ist das am wichtigsten, deshalb steckt die ganze Leinöl-Linie in Violettglas. Welche Verpackung ein Produkt hat, siehst du jeweils im Shop.
Kann ich die Dosen und Flaschen wiederverwenden?
Gerade die Glasdosen eignen sich sehr gut dafür. Sie lassen sich einfach reinigen und schützen auch zu Hause Kräuter, Gewürze oder Samen vor Licht.